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Das Pöge-Haus

Das PÖGE-HAUS ist ein ehemaliges Druck- und Verlagsgebäude am Neustädter Markt im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld. Es ist ein Kultur- und Wohnprojekt mit einer gemeinschaftlich orientierten Nutzung und ein Kulturzentrum mit Veranstaltungsräumen, Ateliers und Büros und dem »Neustadt« (Café/Bar). Hier finden ganzjährig öffentliche Veranstaltungen wie Kunstausstellungen, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Konzerte, Tagungen und Workshops sowie Treffen von Initiativen und Projektgruppen statt. Es soll ein dauerhafter kultureller identitätsstiftender Ort und Anlaufpunkt für die Anwohner_innen und Besucher_innen des Leipziger Ostens sein.

Unter Federführung des PÖGE-HAUS e.V. werden Kunstprojekte und weitere Initiativen zur Reflexion über die kulturellen und sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Entwicklung der umliegenden Quartiere sowie der Entwicklung von Stadt-Gesellschaft durchgeführt, beherbergt und unterstützt.

Der Pöge-Haus e.V. als Zentrum für Partizipatorische Kunst setzt seinen Fokus auf selbstbestimmte Beteiligung und Bildung. Wir eröffnen einen Raum des Möglichen, in dem künstlerische Ideen und Interventionen mit Bezug auf die Gestaltbarkeit von Gesellschaft zur Diskussion gestellt und die Wahrnehmung von Stadt verändert werden. Wir verknüpfen Kunst und Stadtteilkultur und initiieren einen lokalen öffentlichen Raum für die Aushandlung von Gemeinschaft. Hier soll eine kollektive Praxis entstehen, die als Ausführung von Werken oder Aktionen durch mehrere gemeint ist und den Beteiligten einen wesentlichen Anteil an der Konzeption oder am Verlauf der Arbeit überantwortet. Die Chancen und Risiken partizipatorischer Kunst möchten wir dabei weiter ausloten.

Als offene Plattform für Initiativen und Diskussionen fördert der PÖGE-HAUS e.V. bürgerschaftliches (kulturelles) Engagement und wird wesentlich durch dieses getragen. Wir unterstützen engagierte Künstler_innen sowie Aktive insbesondere im Leipziger Osten. Neue Impulse aus dem Umfeld werden aufgenommen und in Kooperationen
umgesetzt.

Ein zentrales Thema für Aktivitäten im PÖGE-HAUS ist das der Nachbarschaft, also die Arbeit mit und für „nahebei Wohnende“ im Viertel Neustadt und im Leipziger Osten. Dieser urbane Raum befindet sich aktuell in einer Umbruchsituation. Er ist geprägt durch Einwanderung und beheimatet heute neben Menschen, die schon sehr lange hier leben, Geflüchtete, migrantische Unternehmer_innen, Studierende, Künstler_innen und Kreative, Hausprojektgruppen und alternative Projekte. Damit werden verschiedenste Lebensentwürfe und Wohnformen in den nachbarschaftlichen Kontext eingeschrieben. Mit der Entwicklung des Viertels wird die Gefahr von Verdrängung intensiv diskutiert und nach Wegen zum Erhalt einer sozialen Durchmischung, zur sensiblen Aufwertung, zu einer kulturellen und wirtschaftlichen Belebung im Sinne der Bewohner_innen gesucht. In dieser Situation begreifen wir nachbarschaftliche Beziehungen als Chancen- und Handlungsräume.
Der PÖGE-Haus e.V. will Menschen, die in öffentlichen Diskursen wenig berücksichtigt werden, dabei unterstützen, eine eigene Stimme zu finden. Wir wollen Räume öffnen für den Austausch über Diversitätserfahrungen und zeitgenössische Identitäten, Vergangenheits- und Zukunftsperspektiven und die Herstellung von Chancenvielfalt.


Geschichte:
Das Haus in der Hedwigstraße 20 ist ein gründerzeitliches Wohn- und Geschäftsgebäude am Neustädter Markt, gegenüber der Heilig-Kreuz-Kirche. Zu Beginn war es ein Quartier für die Arbeitenden des nahegelegenen Eisenbahnbaus. Bis 1994 war es Geschäftssitz des Unternehmens Pöge-Druck - daher leitet sich die Bezeichnung Pöge-Haus ab.
Nach einer Phase der Leerstandes arbeiten seit 2009 verschiedene Akteur_innen im Pöge-Haus zusammen und verwirklichten zahlreiche interdisziplinäre und partizipatorische Projekte im und um das Pöge-Haus. Unter der Beteiligung von jungen Künstler_innen, Engagierten aus Bildungseinrichtungen, dem Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig, der Hochschule für Grafik und Buchkunst sowie dem Bürgerverein Neustädter Markt e.V. fanden beispielsweise das jährliche Kunstfest, das Projekt Tatort Pöge Haus zusammen mit der Galerie für Zeitgenössische Kunst und der Bernd Blindow Schule sowie die Ausstellung Leipziger Osten 1981-2011 statt.
Literaturhinweis: Thorsten Hinz und Verena Landau (Hrsg.), 2013, »Kunst am Markt. Chronik einer Kulturmarke des Leipziger Ostens«
Im Sommer 2012 wurde das Haus durch die Kultur- und Wohnprojektgesellschaft Leipzig-Neustadt mbH, in der die neuen Bewohner_innen des Hauses und der Pöge-Haus e.V. gleichberechtigte Gesellschafter_innen sind. Die umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten wurden 2014 abgeschlossen.

 

Weitere Infos:

Organisation - Wer Wie Was im Pöge-Haus

Unterstützung - Spendenmöglichkeit und bisherige Unterstützer_innen

Mitglied werden - Antragsformular und Kontakt