Willkommen beim kulturellen Filmfest Polyloid!

Es ist ein neues und außergewöhnliches Filmfest, bei dem Menschen unterschiedlichster Herkunft im Leipziger Osten die einmalige Gelegenheit haben, das Filmprogramm selbst mitzugestalten:

Das Polyloid vom 26.08. - 31.08.2017 im und rund um das Pöge-Haus.

Das Besondere: Präsentiert wird nicht nur eine Auswahl von Spiel- und Dokumentarfilmen junger Filmschaffender aus Ländern der in diesem Stadtgebiet lebenden Menschen, sondern auch persönliche Wunschfilme der Anwohnerinnen und Anwohner in Originalsprache.

Neben den Filmvorführungen an sechs Tagen wird es außerdem interkulturelle Dialoge zwischen den eingeladenen Filmschaffenden und den Bewohnerinnen und Bewohnern des Leipziger Ostens geben.

Alle beim Polyloid präsentierten Filme laden ein, über den eigenen kulturellen Filmrand zu schauen. Lernt andere Lebenswelten kennen und schätzen – und kommt auf den interkulturellen (Film-) Geschmack.

Wir freuen uns auf die Filmvorschläge und ein sommerliches Filmfest.

Euer Polyloid Team

 

Englisch Polyloid Englisch

Russisch Polyloid Russisch

Arabisch: Polyloid-Arabisch

Farsi: Polyloid-Farsi

 

Das Filmfest Polyloid wird gefördert von

Logo Demokratie Leben   Logo Landespräventionsrat     [d   Logo Stadt Leipzig

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Polywilde – Der interkulturelle Dokumentar- und Spielfilmtrip
Spannende Filmerlebnisse und regen Austausch versprechen die Werke von unbekannten Filmschaffenden aus den verschiedenen im Stadtgebiet vertretenen Ländern. Die beim Filmfest – teilweise in deutscher Erstaufführung – präsentierten Filme ermöglichen es, den Regisseurinnen und Regisseuren mit ihren Ideen eine neues Publikum über die eigenen Landesgrenzen hinaus anzusprechen und mit anderen Künstlerinnen und Künstlern in den Dialog zu treten. In Filmgesprächen teilen sie mit den Besucherinnen und Besuchern ihre Erfahrungen und gewähren Einblick in die jeweiligen politischen, persönlichen und künstlerischen Beweggründe ihres Schaffens.
 
Vorab-Polywilde-Filmtrip
Ab heute stellen wir Euch hier regelmäßig die Filme und Filmschaffenden vor, die wir in dieser Programmlinie beim Polyloid Filmfest vom 26.08.-31.08.2017 teils als Deutschlandpremiere präsentieren.

Wir laden Euch herzlich zum ersten Film ein - Ein sensibles Familiendrama aus Sicht eines kleinen Jungen, das in seiner Heimat zensiert und auf Festivals frenetisch gefeiert wurde.

Der erste Trip führt uns in die sozialistische Volksrepublik Vietnam ins Land der aufsteigenden Drachen.

 

Bi, don't be afraid

Es herrscht die glühende Hitze des Sommers, als der Großvater schwer krank nach Jahren der Stille in das Haus der Familie nach Hanoi zurückkehrt. Abgesehen von den gemeinsamen Mahlzeiten, gehen alle ihre eigenen Wege: Der Vater flieht aus dem Haus und sucht Trost bei einer Masseurin, der Großvater hängt in Tagträumen der Vergangenheit nach, während die Tante ihre Leidenschaft für einen 16 Jährigen Studenten entdeckt und die Mutter die Beziehung ihres Mannes erträgt.
Während die Erwachsenen mit ihren enttäuschten Träumen ringen, entdeckt Bi an seinem mysteriösen Spielplatz, einer Eisblock-Fabrik, die Schönheit des Lebens.

Still, eindringlich und offen ist das Familiendrama von PHAN DANG DI , der an der Uni Hanoi Kinogeschichte und Drehbuch lehrt. Damit verstößt er gegen die traditionelle vietnamesische Filmauffassung, bei der es stets einer moralischen Dimension bedarf, wo am Ende das Böse abgestraft wird. Kritisch wurde ebenso die Rolle von Mann und Frau aufgenommen, die der Film zeichnet. Während die männlichen Protagonisten des Films eher zweifelnd und unsicher wirken, erscheinen die Frauenfiguren mutig und innerlich stark. Eine Darstellung, die vor allem auch bei vietnamesischen Frauen auf Gegenwehr gestoßen ist. In Vietnam wurde nur eine zensierte Fassung des Filmes Bi, don't be afraid in den Kinos gezeigt, aber wie der Filmemacher berichtet, gab es die Originalversion „unterm Ladentisch“.

PHAN DANG DI belebt den Vietnamesischen Film weltweit, steht aber im eigenen Land mit seinen kritischen Filmvorhaben vor finanziellen und technischen Schwierigkeiten und ist auf private und ausländische Förderung angewiesen.